elmundoruefenacht

Monatliches Archiv: September 2015

Geburts- und Hochzeitstag in Fort Lauderdale

Anlässlich unserer Geburtstage und unseres Hochzeitstages haben wir ein paar Tage in Fort Lauderdale verbracht. Gebucht hatten wir dies vor einiger Zeit aus zwei Gründen: einerseits weil wir bei der Einreise nach Costa Rica Ende Juni vorweisen mussten, dass wir binnen 90 Tagen (maximale Aufenthaltsdauer als Tourist) wieder ausreisen; andererseits mit dem Hintergedanken, dass wir in den USA einkaufen, was wir in Costa Rica nicht finden. In Costa Rica findet man vermutlich alles, man muss es sich aber zusammensuchen. Vanillestengel habe ich im Mercado Central in San José gefunden, Vanillezucker und Griess bei Italconam in San Antonio de Belén. Haselnüsse, Sauerteig und Zitronensäure habe ich in Costa Rica bisher nicht gefunden.  Man kann also nicht wie in der Schweiz in eine Migros oder ein Coop gehen und findet dann mehr oder weniger alles unter einem Dach. Und von den Preisen in Deutschland kann man eh nur träumen. Der Zoll auf Importware ist hier sehr hoch. Da hilft auch Aerocasillas nichts.

Unsere Einkaufsliste und unsere Erwartungen für die Staaten waren also gross. Wir haben beim Hinflug zwei Sporttaschen als Handgepäck mitgenommen. Inhalt: zwei Zahnbürsten, eine Haarbürste, Kosmetika im ‚Müsterliformat‘, Ersatzunterwäsche und eine grosse Reisetasche als ‚checked baggage‘ für die Rückreise. Bekleidet waren wir mit einem viel zu grossen Hemd (Marcel – das Hemd hatte er gekauft, als er noch 30kg mehr auf die Waage brachte) und einem ausgewaschenem T-Shirt-Kleid (ich). Frei nach dem Motto: die alten Kleider lassen wir dort liegen und reisen mit den neuen Kleidern zurück.

Wir hatten gutes Wetter – 36 Grad und eine hohe Luftfeuchte – und damit beim Anflug auf Fort Lauderdale eine super Aussicht.

Nach Empfang des Mietautos gab es noch eine kleine Überraschung. Meine SIM-Karte von Kölbi war für internationale Telefonate nicht freigeschaltet und somit funktionierte das GPS-System auf meinem Handy nicht . Und ohne GPS-System taugt das Handy als Navi nichts . Ich hätte ja noch zwei europäische SIM-Karten, welche international freigeschaltet sind. Aber die hatte ich schön zu Hause gelassen . Im Hotel habe ich erfolglos versucht, per Internetchat die Karte freischalten zu lassen. So haben wir halt eine SIM-Karte von einem amerikanischen Telco-Anbieter gekauft. Früher habe ich Briefmarken gesammelt, heute sammle ich SIM-Karten .

Als Hotel hat Marcel das The Pillars Hotel gebucht. Ein Traum von einem Hotel. Nicht gross, ruhig gelegen, mit schönen Zimmern und einem Restaurant direkt am Kanal.

In diesem Restaurant haben wir unsere Geburtstage gefeiert. Das Essen war göttlich, die Bedienung freundlich und aufmerksam, der Ort mega-romantisch. Der Seeteufel mit caramelisiertem Blumenkohl war so gut, dass ich ihn an beiden Abenden bestellt habe. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, den Blumenkohl zu caramelisieren – ganz zu schweigen davon, ihn mit Fisch zu servieren.

Dann kam die Shoppingtour. Wir waren Ende August in Fort Lauderdale und da ist Ausverkauf. Den ersten Tag haben wir in der Sawgrass Mills verbracht. Wir haben nicht alle der gut 350 Geschäfte abklappern können, das braucht mehr als einen Tag. Trotz Ausverkauf war die Ausbeute nicht gross. Ein Hemd für Marcel, ein Feldstecher und ein Cover für mein iPad. Für den Feldstecher haben wir erst noch zuviel bezahlt – ich hätte besser vorher in Amazon nachgeschaut und nicht nachher…. Na ja. Dafür war der ‚Papageien-Mann‘ sehr unterhaltsam.

Sawgrass Mills - Papageien-Mann

Sawgrass Mills – Papageien-Mann

Am zweiten Tag haben wir Publix, Walmart, Walgreens, CVS und The Galleria besucht. Danach waren wir k.o. und haben den Rest des Tages im Hotel am Pool verbracht. Die Supermärkte sind riesig! Ein ganzes Regal gefüllt mit Ahorn-Sirup, ein Gang voll mit Corn-Flakes und Co., 2 Gänge voll mit Chips und Snacks usw.. Die Gemüse-Abteilung mutet eher bescheiden an. In der Mall haben wir bei Macy’s weitere zwei Hemden für Marcel gefunden und für mich zwei OPI-Nagellacke, eine Shorts, ein Kleid und ein Badekleid. Das Badekleid stand zwar nicht auf der Einkaufsliste, aber es hat mir so gut gefallen und ein Ralph Lauren Badekleid für 36USD – da musste ich zugreifen .

Marcel und ich machen gerne selber Teigwaren, aber uns fehlte noch eine Ravioliform. Im Macy’s hatten sie keine vorrätig und der nette Verkäufer hat uns zu Williams Sonoma geschickt – ein Geschäft mit hochwertigen Küchenutensilien und Kochzutaten. Die hatten eine Ravioliform aus Holz. Als ich den Preis gesehen habe – nahe bei einer dreistelligen Zahl – habe ich mir gesagt, dass ein Bauarbeiter von Dan mir das sicher aus einem Stück Restholz herstellen kann.

Am letzten Tag – unser Flug ging erst gegen Mitternacht – waren erst sehr wenige Sachen auf der Einkaufsliste abgehakt. Im Whole Foods Market haben wir die lang gesuchten Fonduegabeln gefunden – und sie geschenkt bekommen, da sie im Kassensystem nicht registriert waren. In einem kleinen Chinesenladen haben wir Fischfondue-Netzlis und Agar Agar gefunden. Und dann sind wir per Zufall auf einen ganz besonderen Italienerladen gestossen. Der Laden hatte ein ausserordentliches Sortiment. Nebst den ‚typisch italienischen‘ Produkten wie Parmesan und Parmaschinken gab’s diverse edle Essige wie Himbeeressig, Mangoessig usw., schöne Weine aus Italien und Frankreich, Sauerteig von Seitenbacher, Pektin, Zitronensäure, weitere sehr spezielle Kochzutaten und eine Ravioliform zu einem vernünftigen Preis. Mitten im Laden war ein grosser Tisch überbelegt mit Zeitungen und Briefen und am Tisch sassen eine Frau mittleren Alters und ihre Mutter. Ein richtiger Familienbetrieb und der Laden war Wohnzimmer zugleich, einfach herrlich. Wir haben mit den Frauen über ihre Verwandten in Italien gesprochen und die Frau mittleren Alters hat uns ein Foto von sich mit Angelo Gaja gezeigt. Sie hat ihn zweimal getroffen und konnte sogar das Weingut besuchen. Marcel konnte dem Parmaschinken nicht widerstehen und abgesehen von der Ravioliform haben wir einiges eingekauft, was nicht auf der Einkaufsliste stand – der Laden war einfach zu verführerisch  .

Auch wenn noch nicht alles auf der Einkaufsliste abgehakt war: nun hatte ich definitiv genug vom ‚Lädelen‘. Marcel hätte ohne weiteres noch ein paar Geschäfte besucht, aber bei mir war der Ofen aus. Ich konnte nachvollziehen, warum meine Mutter nach einem Einkaufstag mit ihren Töchtern jeweilen hundemüde ist. Einkaufen kann ganz schön anstrengend  sein. Wir haben uns mit einem mexikanischen Mittagessen gestärkt  und sind danach noch etwas zum Strand. Auf dem Weg zum Strand durften wir das Hochgehen einer Klappbrücke erleben, eine spannende Sache.

Am frühen Abend sind wir dann zum Flughafen gefahren. Bei der Sicherheitskontrolle wurde mein Handgepäckstück rausgefltert. Ich hatte im Whole Foods Market eine Dose Herbamare gekauft und diese ins Handgepäck verstaut. Ist ja schliesslich ein Pulver und keine Flüssigkeit. Der Sicherheitsbeamte wollte sicher gehen, dass es kein Sprengstoff ist. Er hat einen ‚Chemiekasten‘ hervorgenommen, die Dose aufgemacht, ein Stück Pulver rausgeschüttet und mit einer Flüssigkeit getestet. Das Handgepäck ohne die Dose wurde nochmals durch die Sicherheitskontrolle geschickt, meine Handtasche ausgeleert und geprüft und ich wurde von einer Sicherheitsbeamtin abgetastet. Beim engen Fähnlein, welches ich trug, hätte ich nicht viel verstecken können.Am Schluss wurde mir die Dose wieder ausgehändigt. Beim nächsten Mal werde ich kein Pulver mehr ins Handgepäck nehmen…

Den Abend haben wir dann im Flughafen verbracht und unser Hochzeitstag-Menü bestand aus einem Becher Rotwein (leider kein Glas Rotwein) und einem Sack Pommes Chips . An ‚unserem‘ Abflugterminal gab’s nicht viel zu sehen. Das war weiter nicht tragisch, wir hatten am Mittag gut gegessen und in den drei Tagen einiges eingekauft. Platz hätten wir im Gepäck zwar noch gehabt… Deshalb mein Fazit: beim nächsten Mal über Amazon bestellen, das Ganze ins Hotel liefern lassen und dafür gemütlich die Umgebung erkunden  .