elmundoruefenacht

Monatliches Archiv: Dezember 2015

Nationalpärke Corcovado und Manuel Antonio

Mit Lisa sind wir morgens um sechs Uhr mit dem Taxi runter nach Sierpe und von dort mit dem Boot nach Drake Bay. Der Taxifahrer hatte die Temperatur auf ‚Kühlschrank‘ eingestellt, umso mehr setzte uns die Hitze in Sierpe zu. Wir genossen deshalb die ca. einstündige Bootsfahrt nach Drake Bay. In Drake Bay wurden wir von Juan von der Finca Maresia abgeholt. Die Finca Maresia liegt sehr ruhig (wenn man vom Affenlärm absieht) etwas ausserhalb von Drake Bay. Interessant sind die Bungalows, da es im Badezimmer keine Fenster hat, dafür freie Sicht auf den Dschungel.

Da wir so verschwitzt waren, wollten wir etwas baden gehen. Juan hat uns die Fahrt mit dem Quad nach Rincón de San Josecito organisiert. Lisa war die Kühlerfigur. Ich glaube, am Anfang war ihr etwas mulmig zu Mute, doch sie fand schnell Spass an der Quadfahrt – trotz der 3 Flussdurchquerungen. Rincón de San Josecito ist ein schöner und praktisch menschenleerer Strand, wir haben ihn mit einem andern Pärchen geteilt. Das Baden in den Wellen machte Spass, bis wir am Strand eine gelbe Seeschlange entdeckten. Brrr, von da an sind wir nicht mehr ins Wasser. Uns wurde nachher gesagt, dass es sich um eine ziemlich giftige, aber nicht agressive Schlange handle. Stattdessen bin ich meiner Lieblingsbeschäftigung nachgegangen – der Suche nach einer schönen Kokosnuss . Ich hab sie auch gefunden, Marcel ist mein Held, er konnte sie ohne Werkzeug, nur mit Hilfe eines am Strande liegenden Baumstrunkes öffnen. Wir haben uns zuerst die Kokosmilch schmecken lassen, danach hat Marcel die Kokosnuss ganz geknackt und wir haben am Fleisch geknabbert. Ist gar nicht so einfach, das Fleisch von der Schale zu lösen, wenn man kein Messer dabei hat…

Am Abend haben wir mit „Tracy the Bug-Lady“ einen Rundgang gemacht. Man spürt richtig ihre Leidenschaft für diese kleinen Tiere und sie weiss sehr viel. Trotz ihrer spannenden Geschichten würde ich die Tour nur empfehlen, wenn man Spinnen- und Fröschenfan ist – ich bin’s definitiv nicht und da konnten wederTracy noch der schnucklige Rotaugenlaubfrosch etwas daran ändern.

Am nächsten Tag sind Lisa und ich zur Isla del Caño schnorcheln gegangen. Marcel war etwas erkältet, weshalb er sich einen faulen Tag auf der Finca Maresia gemacht hat. Auf der Fahrt Richtung Insel haben wir Delphine gesehen. Beim Schnorcheln gab’s viele bunte Fische und eine Meeresschildkröte zu sehen.
Tags darauf gings auf die Sirena-Tour, Tiere beobachten. Von Drake Bay geht es ca. 3/4 Stunden mit dem Boot zum Nationalpark. Das Meer war sehr unruhig, dunkle Wolken waren am Himmel. Die Bootsfahrt bei diesem Seegang auf einem schmalen Holzbänklein sitzend (bzw. hüpfend) war kein Genuss. Im Nationalpark waren wir zu Fuss unterwegs. Man läuft ein bisschen, sieht und hört sich um, läuft wieder ein bisschen. Aber wir haben einige Tiere gesehen. Zum Teil waren sie weiter weg und wir haben sie durch das Fernrohr des Guide gesehen. Das ist der Nachteil einer solchen Tour. Bis der letzte durch das Fernrohr geschaut hat und dann jeder noch seine Kamera an das Fernrohr gehalten hat… Zum Glück war unsere Gruppe nicht so gross. Der Nationalpark Corcovado beschränkt die Anzahl Eintritte pro Tag, so dass wir unterwegs auch nur drei andere Gruppen kreuzten.

Die Rückreise von Drake Bay haben wir mit Sansa Airlines gemacht. Mit diesen kleinen Dingern zu fliegen ist einfach toll. Lisa hat es so gut gefallen, dass sie ein paar Tage später mit dem Flugzeug nach Tortuguero geflogen ist.

ALs Lisa zurück in die Schweiz geflogen ist, sind Jürg und Daniela zu uns gekommen. Mit ihnen sind wir via Tárcoles und Encantada Ocean Cottages zum Manuel Antonio Nationalpark gegangen. Das Encantada Ocean Cottages liegt direkt am Meer mit einem wunderschönen Strand und ebensolchen Sonnenuntergängen!

Am nächsten Tag habe ich mit Daniela den Manuel Antonio Nationalpark besucht. Puuuuhh, einmal und nie wieder! Schon für den Eintritt mussten wir Schlange stehen. Im Park waren wir eine 12er-Gruppe mit Guide – eine von sehr vielen Gruppen, es ist Massenauflauf pur . 12 Personen, welche ein Tier durch das Fernrohr schauen wollten, 11 Personen, welche danach noch die Kamera an das Fernrohr halten wollten. „How cool is that!“. Böahhh. Sehr viele Tiere haben wir nicht gesehen. Das Faultier haben Daniela und ich auf dem Rückweg entdeckt – ohne Guide.  Einige Touristen liefen mit nackten Oberkörpern rum, andere im Bikini. Am Strand hatte es verhältnismässig viele Leute – dabei gibt es so viele menschenleere und wunderschöne Strände zu entdecken…

Fazit: Ich bleibe ein Fan vom Tortuguero-Nationalpark (siehe auch den Beitrag dazu). Falls weitere Aktivitäten wie Schnorcheln, Tauchen usw. auf dem Programm stehen sollen, ist auch Corcovado gut. Aber Manuel Antonio? Nein danke!

Jagd auf den Quetzal

Bereits mit Lisa wollten wir den Quetzal – auch Göttervogel genannt – beobachten gehen. Wir hatten mit ihr deshalb einen Ausflug via Orosi-Tal nach Cerro de la Muerte gemacht und in in der Manantial Mountain Lodge übernachtet (sehr einfache, aber saubere und günstige Lodge). In einem Reisebericht hatten wir gelesen, dass man keinen Guide braucht, man solle nur auf die Kleinbusse achten, welche mit den Touristen herumfahren. Am nächsten Morgen sind wir früh raus und haben schon kurz darauf einen Kleinbus am Strassenrand gesehen und lauter Menschen mit ihren umgehängten Kameras, welche zu Bäumen hochgeschaut haben, welche etwas weiter oben am Hang standen. Deren Guide hatte gemeint, der Quetzal müsse in diesem Baum sein – nur als nach 15 Minuten immer noch kein Quetzal zu sehen war, sind wir weiter und der Kleinbus auch. Wir sind dann mit Lisa über Quepos und Playa Jacó zurück gefahren, ohne den Vogel mit seinen schönen Federn gesehen zu haben.

Mit Jürg und Daniela haben wir einen neuen Versuch unternommen. Nach einer Übernachtung in den Encantada Ocean Cottages und dem Besuch des Manuel Antonio Nationalparkes (siehe Bericht hier) sind wir über San Isidro de El General nach Cerro de la Muerte gefahren und von dort noch etwas weiter zur Paraíso Quetzal Lodge. Cerro de la Muerte liegt auf über 3000m ü.M. und man hat auf dieser Strecke eine phantastische Aussicht, auch auf den Nebelwald. Unterwegs ist ein Lieferwagen von der Interamericana abgekommen, was zu einer etwa 1.5 stündigen Verkehrsblockade geführt hat. Es ist schon interessant, wie viele Lastwagen täglich über Cerro de la Muerte fahren.

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Musik beruht auf dem Werk unter Thaw (Outro) (Kai Engel) / CC BY-NC 4.0

Die Paraíso Quetzal Lodge liegt auf über 2500 m ü.M. und am Abend bzw. Morgen ist es sehr kühl. Da ist man froh um einen warmen Pulli und das brennende Cheminée im Restaurant. Und einen sehr guten Wein zu einem vernünftigen Preis gabs zum Abendessen auch. Dies alles im Gegensatz zur Manantial Lodge, wo weder der Kamin brannte noch Wein zu kaufen war (den Wein hätte man selber mitbringen müssen). Und die Zuckerwassermischung der Lodge scheinen die Kolibris gerne zu haben.

Am nächsten Morgen sind wir mit Jorge von der Paraíso Quetzal Lodge früh raus. Wir sind zu einer von der Lodge 8 km entfernten Stelle gefahren und haben schon nach 3 Minuten den ersten Quetzal gesehen. In der nächsten Stunde haben wir noch einige Quetzals zu Gesicht bekommen – ist er nicht putzig, dieser Vogel?
Die Paraíso Quetzal Lodge ist an einer Initiative beteiligt, wo lokale Familien auf ihren privaten Grundstücken die Avocadosorten anpflanzen, welche die Quetzals gerne essen. Die mitwirkenden Familien dürfen mit ihren Gästen auf diesen Grundstücken die Vögel beobachten – der Erfolg ist garantiert. Auch sonst wird viel unternommen, um die lokale Wirtschaft zu fördern. Die Lodge ist wirklich empfehlenswert.

Panama City

Als Lisa begann, ihre 3 Wochen Ferien in Costa Rica zu planen, war auch Panama City dabei*. Ist ja nur ein Katzensprung von knapp 1.5 Flugstunden von Costa Rica aus. Da ich schon lange den Panamakanal sehen wollte, sind Marcel und ich mit.

Von weitem beeindruckt die Skyline von Panama City mit ihren Wolkenkratzern. Die Stadt wirkt sehr modern. Lisa meinte, in dieser Stadt könne sie eher leben als in San José oder gar Atenas. Sie freute sich auf ein bisschen Shopping. Costa Rica war für sie diesbezüglich enttäuschend, da es nicht viele moderne Geschäfte hat. Und dann ist es teurer als in der Schweiz oder in Deutschland.

Als erstes haben wir im Hotel eingecheckt. Wenn man sich den Tico von Costa Rica gewohnt ist, so wirkt der Panamaer eher unfreundlich und rau. Das war nicht nur im Hotel so, auch in den diversen Restaurants. Kein Lächeln, kein „con mucho gusto“ oder „para servirle“. Und auch kein ‚que tenga un buen día“. Oh, wie ich das vermisse!
Nach dem Hotelbezug sind wir gleich in die Altstadt (Casco Viejo). Es hat viele Baustellen, da fleissig renoviert wird. Zum Glück, es wäre wirklich schade um die vielen schönen Gebäude. Trotzdem sind viele Häuser in einem miserablen Zustand.
Wie überall in den touristischen Orten fehlen auch die Souvenirgeschäfte nicht, welche vor allem Hüte, Tücher und Hängematten anbieten. Ist man neugierig genug, um in die Hinterhöfe zu schauen, findet man manchmal auch richtige Oasen der Ruhe.

In der Altstadt haben wir einen Raspao gegessen, eine Art geschabtes Eis mit Sirup. Wirkt erfrischend und gibt gute Laune .

Als wir die Altstadt verlassen, sehen wir ein ganz anderes Bild von Panama City. Da ist nichts mehr von modernen Wolkenkratzern oder schönen Altstadtgebäuden. Es erinnert einem daran, dass Panama insgesamt ein armes Land ist.

Am nächsten Tag haben wir die Miraflores-Schleuse vom Panamakanal besucht. Zu sehen, wie die grossen Schiffe hier angehoben werden, ist schon eindrücklich. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Kanal vor über 100 Jahren gebaut worden ist.

In Panama City ist der Verkehr sehr stark, es hat oft Stau und Parkplätze sind rar. Deshalb waren wir mit dem Taxi unterwegs, von denen gibt’s wie Sand am Meer. Nur haben die Taxis in Panama keinen Taxameter. Man muss also jedesmal den Preis verhandeln, bevor man einsteigt. Für Touristen, welche keine Ahnung von den Preisen und Distanzen haben, kann dies ganz anstrengend sein – ausser man lässt sich einfach über den Tisch ziehen. So hat das vom Hotel herbeigerufene Taxi für die Fahrt in die Altstadt 12 USD verlangt. Die Rückfahrt hat uns – unverhandelt – 8 USD gekostet. Mit dieser Erfahrung habe ich vor weiteren Fahrten versucht, die Distanzen abzuschätzen. Bei einem geplanten Transport war ich der Meinung, dass 8 USD genügen sollten. Wir haben das erste Taxi angehalten, dem Fahrer das gewünschte Fahrziel genannt und gesagt, dass wir dafür 8 USD bezahlen würden. Er wollte 15 USD, ich habe abgewunken. Dann ging er runter auf 12 USD, ich habe wieder abgewunken und er ist davon gefahren. Beim zweiten Taxi haben wir das Fahrziel genannt und gefragt, wieviel er für den Transport wolle. Er wollte 20 USD! Ich habe nur gelacht und gesagt, dass ich 8 USD bezahlen würde. Er ist noch runter auf 15 USD, ich bin hart geblieben und so ist auch das zweite Taxi davon gefahren. Zwei Taxis wollten die Fahrt für 8 USD nicht machen, eines hätte es für 12 USD gemacht. Beim dritten Taxi habe ich deshalb 9 USD geboten. Der Fahrer war sofort einverstanden, wir sind eingestiegen und ich habe mir gedacht, dass der Taxifahrer die Fahrt vermutlich auch für 8 USD gemacht hätte. Denn das Taxi hatte definitiv schon bessere Tage gesehen. Dafür sind die Busse oft schön bunt, das soll wohl über die Staus hinwegtrösten

Am letzten Tag haben wir die wunderbare Aussicht vom Ancon Hill aus genossen. Runter sind wir zu Fuss, es ist ein schöner Spaziergang.

 

* Lisa wollte noch einen Abstecher nach Nicaragua machen. Als ich ihr sagte, dass sie sich überlegen müsse, was sie alles in die drei Wochen Ferien an Programm reinpacken wolle, hat sie die Planung an mich delegiert – so wie sie das Kofferpacken an Maria delegiert hat