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Costa Rica

Costa Rica – Informationen und Erlebnisberichte

Weihnachtsstimmung

Seit anfangs Oktober herrscht in Costa Rica Weihnachtsstimmung . In den Geschäften stehen reich dekorierte Weihnachtsbäume, man sieht den Baum vor lauter Schmuck nicht mehr. Privat stellen die Ticos zu Hause den Tannenbaum auch schon sehr früh auf. Da es keine echten Tannenbäume sind, stellt sich das Problem mit dem Verdorren nicht. Der Tico liebt es bunt. Die Häuser werden mit rot, blau, grün oder weiss blinkenden Lämpchen dekoriert. Im Aliss laufen die Mitarbeiter auch bereits seit Oktober mit Nikolaus-Mützen rum. Sie tun mir leid, ich möchte diese Mütze nicht 2.5 Monate lang bei der Arbeit tragen müssen. Im Cemaco bei Zapote haben sie eine wunderschöne Mini-Anlage aufgestellt mit sich drehenden Riesenrädern, fahrenden Zügen usw. Und die Krippe der Banco Nacional in Atenas blinkt auch bunt vor sich hin…


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Dafür ist jetzt vor Weihnachten die ganze Weihnachtsdeko bereits mit 40 Prozent Rabatt zu haben. Ich wollte eigentlich keine Weihnachtsdeko, bei Palmen und Sonnenschein kommt bei mir nicht so richtige Weihnachtsstimmung auf. Ich habe mich trotzdem bemüht, dass unser Haus nicht ganz so negativ auffällt

Bezüglich reich geschmückten Weihnachtsbäumen: Wir waren im November in Panama-City und im Dezember in Kalifornien. Unten ein paar Eindrücke. Wir haben auch die Adresse des Samichlaus herausgefunden und ihn erwischt, wie er Pommes gegessen hat – was bei seinem Bart gar nicht so einfach ist .

Wie oben erwähnt tun mir die Mitarbeiter vom Aliss leid, die seit Oktober mit einer Weihnachtsmütze rumlaufen müssen. In Kalifornien haben wir auch eine Frau mit einer solchen Mütze gesehen. Ich habe lange überlegt, ob sie vielleicht bei Aliss angestellt ist und als Mitarbeiterin des Jahres zur Belohnung die Mütze auch in der Freizeit tragen darf (pfui, wie böse…).

Der Lumpentiger

Eigentlich wollten wir keine Katze mehr, da wir viel reisen und wir dies den Katzen nicht antun wollen. Beim Wegzug aus der Schweiz haben wir uns deshalb schweren Herzens von unseren Katzen Carlito und Felix getrennt.

Mitte Oktober stand eine Katzenmutter mit ihrem Jungen auf unserer Terrasse. Die Mutter war zutraulich und machte es sich auf der Fussmatte gemütlich. Das Katzenbaby sprang nervös auf der Terrasse hin und her und machte einen grossen Bogen um uns herum.

Wir haben die Katzen nicht gefüttert, weil wir nicht wollten, dass sie bleiben. Auf der Terrasse zu frühstücken bzw. das Abendessen einzunehmen mit mageren Katzen, die einen traurig anschauen ist nicht einfach. Wir wollten hart bleiben. So verging Tag eins, Tag zwei und Tag drei. Am vierten Morgen ist Marcel weich geworden und hat ein Ei aufgeschlagen. Die beiden Katzen haben sich auf das Essen gestürzt. Am nächsten Morgen gab’s ein bisschen Käse, dann verschwand die Katzenmutter und liess das Kleine zurück. Das Junge war noch nicht zutraulich und so warf ich ihm ein Stücklein Käse hin, dann wieder ein Stücklein aber ein bisschen näher zu mir und so weiter, bis es mir die Käsebröcklein aus der Hand frass. Da Käse nichts für Katzen ist, habe ich am nächsten Tag Katzenfutter gekauft. Wenn schon dann richtig.

Wir haben das Katzenbaby Tigi getauft. Tigi wurde zutraulich, verspielt und anhänglich. Beim Streicheln schnurrt es ganz laut. Ins Haus darf Tigi nicht und das weiss es ganz genau. Ab und zu setzt Tigi eine Pfote ins Wohnzimmer. Dann muss man nur mahnend ‚Tigi‘ sagen und die Pfote wird zurückgezogen.

Als Lisa kam, hat sich Tigi ihr Herz sofort erobert. Lisa taufte Tigi zuerst in Sibilus und kurz danach in Lumpi um. Die Katze wurde mal mit Tigi, mal mit Lumpi gerufen. Lisa spielte täglich mit ihr.

Als wir mit Lisa ein paar Tage verreist sind, hat sich Dan um Tigi gekümmert. Als wir spät abends zurück kamen, war der Lumpentiger nirgends. Wir riefen Tigi und Lumpi, aber es kam keine Katze angesprungen. Da merkten wir, wie sehr uns der Lumpentiger bereits fehlte. Gerade als wir ins Bett wollten, hörten wir draussen ein Miauen. Der Lumpentiger war zurück und wir waren alle erleichtert.

Während unseres Kalifornienaufenthaltes haben sich Adrienne und Bob um Tigi gekümmert. Wir waren bisher davon ausgegangen, dass Tigi ein Männlein ist. Adrienne meinte bei unserer Rückkehr, dass Tigi wohl eher ein Weibchen sei. Da Katzenweibchen schon mit 6 bis 7 Monaten Babys haben können und wir Tigi auf ungefähr so alt schätzen, haben wir sofort einen Termin beim Tierarzt genommen. Noch mehr Katzen wollen wir definitiv nicht. Und in der Nacht haben wir schon andere Katzen ums Haus herum gehört.

Gestern ist Tigi kastriert worden. Operation, Wundsalbe und Tabletten haben 26 USD gekostet. 5 USD Rabatt gab‘s, weil Tigi uns zugelaufen ist. Tigi sollte für eine Woche drinnen bleiben, damit sich die Wunde nicht entzündet. So haben wir Tigi ins Gästebad eingesperrt –Tigi ist schliesslich bloss gastweise drinnen. Am nächsten Morgen war kein Tigi mehr im Gästebad. Wir konnten es nicht glauben, aber offenbar war Tigi über das auf etwa 2 Meter Höhe angebrachte Fenster geflohen – durch die Fensterlamellen und das Moskitonetz durch. Tigi hatte sich vermutlich den Aufenthalt im Haus etwas anders vorgestellt. So kuriert sich Tigi halt auf der Terrasse aus.

Nationalpark Tortuguero

Wir haben uns ein paar Tage ‚Natur pur‘ gegönnt – und es war der Hammer. Sowohl den Nationalpark wie auch die Tortuga Lodge kann ich nur weiter empfehlen.

Tortuguero ist per Flugzeug oder Boot erreichbar. Schon die Anreise ist tolles Erlebnis. Wir sind von San José aus mit einem Kleinflugzeug von Sansa Airlines gestartet – drei Passagiere, zwei Piloten. Der Vorteil von Kleinflugzeugen: man sieht so viel von der Landschaft unten. Und an Costa Rica kann man sich gar nicht satt sehen. Nach knapp 30 Minuten Flug sind wir in Limón zwischengelandet. Ein Passagier ist ausgestiegen, zwei sind zugestiegen. Limón ist ein kleiner Flughafen, wie Tortuguero auch. Wobei „Flughafen“ ein grosses Wort ist: eine Piste und ein Gebäude, basta. Dafür liegen beide wunderschön am Meer. Kurze Zeit später dann der 30minütige Weiterflug nach Tortuguero. Von dort aus sind wir mit einem Boot über den Rio Tortuguero zur Tortuga Lodge, wo wir sehr herzlich empfangen worden sind. Überhaupt ist das Personal mega-freundlich und aufmerksam. Die Lodge hat mehrere Bungalows in einer Anlage mit Park und Dschungel, Zimmer, Pool und Restaurant mit Sicht auf den Fluss. Die Zimmer haben keine Glasfenster, nur Moskitonetze. In der Nacht hört man die Tiere sehr gut – und manchmal kann es recht laut zu und her gehen . Das Essen im Restaurant war vorzüglich und für Vegis gab es eine kreative Karte (für Costa Rica alles eher im höheren Preissegment). Den „Supermoon“ haben wir nicht voll gesehen, an diesem Abend hat es geregnet wie aus Kübeln. Dafür war am Vorabend ein herrlicher Mondschein und die Waschbären haben vom Dach her neugierig auf unsere Teller geschaut…

 

 

 

Am nächsten Tag haben wir zwei Bootsausflüge in den Nationalpark Tortuguero gebucht: einen morgens um sechs Uhr und einen nachmittags um zwei Uhr. Beide haben je ca. 3 Stunden gedauert. Die Bootsfahrten durch diese grüne, üppige Landschaft sind soooo erholsam und entspannend – ich könnte tagelang damit verbringen. Und man sieht so viel! Unser Guide – Angelo – hatte ein gutes Auge. Er hat uns Tiere gezeigt, die wir ohne ihn nie gesehen hätten. Das Faultier mit seinem Jungen im Baum. Die kleine Jesus-Echse, welche sich auf einem im Wasser liegenden Stück Holz sonnte – und in einem Riesentempo über’s Wasser davon rannte, als wir näher kamen. Weil sie auf dem Wasser laufen kann, heisst sie Jesus-Echse. Dann sahen wir einen Kaiman (Alligator-Art), gut getarnt im Wasser. Das Glück war uns hold, und wir bekamen die drei Affenarten zu Gesicht, welche im Nationalpark vorkommen: den Brüllaffen, den Klammeraffen und den Kapuzineraffen. Eine ganze Horde Brüllaffen überquerte über den Bäumen direkt über unserem Boot den Fluss. Schön einer nach dem andern, richtg geordnet. Der Klammeraffe ist ein richtiges Turntalent – man muss gut hinschauen, um den Schwanz von den Beinen und den Armen zu unterscheiden, so kann der sich verrenken. Dann sahen wir viele Vögel (ein grosses Dankeschön an Renato, welcher mir zu den Fotos die Vogelnamen nennen konnte) und ganz kurz haben wir einen Otter gesehen, wie er von einem Baumstamm ins Wasser gegleitet ist. Leguane haben wir einige gesehen, auch beim Hotel direkt neben dem Pool und dem Restaurant. Es sind wunderschöne Tiere mit einem prächtig gezeichneten Gesicht – ein Designer könnte es nicht schöner gestalten. Ich kann mir einen Armreif in Form eines kleinen Leguans mit farbigen Edelsteinen bestens vorstellen . Die jungen Leguane fressen noch Insekten, die grösseren sind eher Pflanzenfresser (die Kohlrabisetzlinge in unserem Garten haben die Leguane jedenfalls nicht verschmäht). Und Gras fressen sie offensichtlich auch gerne…. Alles in allem ein sehr eindrucksvolles Erlebnis.

 

 

Am 3. Tag haben wir einen kurzen Bootsausflug nach Tortuguero gemacht. Tortuguero ist ein kleines Dorf mit ein paar Geschäften, Restaurants und bunten Häusern. Der Strand ist recht naturbelassen, das Wasser schön warm, aber mit vielen Strömungen. Am Strand lag ein Panzer von einer Meeresschildkröte. Die gab uns schon eine Idee von der Grösse dieser Tiere. Am Abend hatten wir eine ‚Schildkrötentour‘ gebucht. Angelo war wieder unser Guide. Wir hatten Glück, da es nicht regnete und erst gerade Vollmond gewesen war. So war die Sicht sehr gut (man darf nicht mit Taschlampen rumlaufen, denn sonst gehen die Schildkröten sofort wieder ins Meer zurück). Wir sind eine Stunde lang mit dem Boot zu einem einsamen Strand gefahren. Dort haben wir gesehen, wie die gut 1 Meter langen Schildkröten aus dem Wasser gekommen und mühsam den Strand hochgekrochen sind. Die Tiere stossen sich mit ihren Flossen durch den Sand. Man sieht ihnen die Anstrengung richtig an. Danach graben sie ein Loch in den Sand, legen ca. 100 Eier in der Grösse eines Ping-Pong-Balls rein und decken das Loch mit Sand wieder zu. Währenddem sie Eier legen sind sie wie in Trance und man kann sie aus allernächster Nähe beobachten. Dann kriechen sie wieder zurück zum Wasser und lassen sich von den Wellen wegtreiben.