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Panama

Panama Erlebnisberichte

Panama City

Als Lisa begann, ihre 3 Wochen Ferien in Costa Rica zu planen, war auch Panama City dabei*. Ist ja nur ein Katzensprung von knapp 1.5 Flugstunden von Costa Rica aus. Da ich schon lange den Panamakanal sehen wollte, sind Marcel und ich mit.

Von weitem beeindruckt die Skyline von Panama City mit ihren Wolkenkratzern. Die Stadt wirkt sehr modern. Lisa meinte, in dieser Stadt könne sie eher leben als in San José oder gar Atenas. Sie freute sich auf ein bisschen Shopping. Costa Rica war für sie diesbezüglich enttäuschend, da es nicht viele moderne Geschäfte hat. Und dann ist es teurer als in der Schweiz oder in Deutschland.

Als erstes haben wir im Hotel eingecheckt. Wenn man sich den Tico von Costa Rica gewohnt ist, so wirkt der Panamaer eher unfreundlich und rau. Das war nicht nur im Hotel so, auch in den diversen Restaurants. Kein Lächeln, kein „con mucho gusto“ oder „para servirle“. Und auch kein ‚que tenga un buen día“. Oh, wie ich das vermisse!
Nach dem Hotelbezug sind wir gleich in die Altstadt (Casco Viejo). Es hat viele Baustellen, da fleissig renoviert wird. Zum Glück, es wäre wirklich schade um die vielen schönen Gebäude. Trotzdem sind viele Häuser in einem miserablen Zustand.
Wie überall in den touristischen Orten fehlen auch die Souvenirgeschäfte nicht, welche vor allem Hüte, Tücher und Hängematten anbieten. Ist man neugierig genug, um in die Hinterhöfe zu schauen, findet man manchmal auch richtige Oasen der Ruhe.

In der Altstadt haben wir einen Raspao gegessen, eine Art geschabtes Eis mit Sirup. Wirkt erfrischend und gibt gute Laune .

Als wir die Altstadt verlassen, sehen wir ein ganz anderes Bild von Panama City. Da ist nichts mehr von modernen Wolkenkratzern oder schönen Altstadtgebäuden. Es erinnert einem daran, dass Panama insgesamt ein armes Land ist.

Am nächsten Tag haben wir die Miraflores-Schleuse vom Panamakanal besucht. Zu sehen, wie die grossen Schiffe hier angehoben werden, ist schon eindrücklich. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Kanal vor über 100 Jahren gebaut worden ist.

In Panama City ist der Verkehr sehr stark, es hat oft Stau und Parkplätze sind rar. Deshalb waren wir mit dem Taxi unterwegs, von denen gibt’s wie Sand am Meer. Nur haben die Taxis in Panama keinen Taxameter. Man muss also jedesmal den Preis verhandeln, bevor man einsteigt. Für Touristen, welche keine Ahnung von den Preisen und Distanzen haben, kann dies ganz anstrengend sein – ausser man lässt sich einfach über den Tisch ziehen. So hat das vom Hotel herbeigerufene Taxi für die Fahrt in die Altstadt 12 USD verlangt. Die Rückfahrt hat uns – unverhandelt – 8 USD gekostet. Mit dieser Erfahrung habe ich vor weiteren Fahrten versucht, die Distanzen abzuschätzen. Bei einem geplanten Transport war ich der Meinung, dass 8 USD genügen sollten. Wir haben das erste Taxi angehalten, dem Fahrer das gewünschte Fahrziel genannt und gesagt, dass wir dafür 8 USD bezahlen würden. Er wollte 15 USD, ich habe abgewunken. Dann ging er runter auf 12 USD, ich habe wieder abgewunken und er ist davon gefahren. Beim zweiten Taxi haben wir das Fahrziel genannt und gefragt, wieviel er für den Transport wolle. Er wollte 20 USD! Ich habe nur gelacht und gesagt, dass ich 8 USD bezahlen würde. Er ist noch runter auf 15 USD, ich bin hart geblieben und so ist auch das zweite Taxi davon gefahren. Zwei Taxis wollten die Fahrt für 8 USD nicht machen, eines hätte es für 12 USD gemacht. Beim dritten Taxi habe ich deshalb 9 USD geboten. Der Fahrer war sofort einverstanden, wir sind eingestiegen und ich habe mir gedacht, dass der Taxifahrer die Fahrt vermutlich auch für 8 USD gemacht hätte. Denn das Taxi hatte definitiv schon bessere Tage gesehen. Dafür sind die Busse oft schön bunt, das soll wohl über die Staus hinwegtrösten

Am letzten Tag haben wir die wunderbare Aussicht vom Ancon Hill aus genossen. Runter sind wir zu Fuss, es ist ein schöner Spaziergang.

 

* Lisa wollte noch einen Abstecher nach Nicaragua machen. Als ich ihr sagte, dass sie sich überlegen müsse, was sie alles in die drei Wochen Ferien an Programm reinpacken wolle, hat sie die Planung an mich delegiert – so wie sie das Kofferpacken an Maria delegiert hat