elmundoruefenacht

Der Start

Ankunft

So, vor knapp 3 Wochen sind wir in San José gelandet. Dan – unser amerikanischer Vermieter – hat uns vom Flughafen abgeholt und in unser neues Zuhause nach Atenas gefahren.

Mehr zu unserem Zuhause folgt in einem späteren Blogbeitrag.

 

Seither haben wir einigen ‚Administrativ- und Logistikkram‘erledigt.

Haus(halt) einrichten

Unser Haus in Atenas haben wir möbliert gemietet. Zum Starten eines Haushalts braucht es aber ein paar Sachen mehr und so waren wir oft und lange einkaufen. Öl, Essig, Gewürze, Mehl, Zucker, Milch usw. Schaut in euren Vorratsschrank und überlegt euch, wie manchen Einkaufswagen ihr damit füllen würdet. Es ‚läppert‘ sich ganz schön zusammen…

Dann fehlten für unsere Bedürfnisse noch ein paar Küchenutensilien wie Steamer, Saftpresse, Handrührgerät, Tupperware usw. Aufgefallen ist uns, dass Elektrogeräte fast doppelt so teuer sind wie in Europa und dass vieles aus China kommt.

Im Gästezimmer war ein Schrank, aber kein Bett vorhanden. Also haben wir im Dormicentro von Atenas Bett, Matratze, Kissen, Bettwäsche und Nachttische gekauft. Alles wurde ein paar Tage später zu unserer vollen Zufriedenheit geliefert und montiert.

Gästezimmer

Gästezimmer

Das Einkaufen hat viel Zeit gebraucht, weil wir das Angebot der verschiedenen Geschäfte kennen lernen wollten. PriceSmart, AutoMercado, Walmart, Maxi Pali, MasxMenos (beide gehören zu Walmart), Cemaco, Multiplaza, Coopeatenas, EPA, Aliss, Minimercados, Pulperias („Tante Emma Lädeli“) und den Wochenmarkt von Atenas haben wir alle abgeklappert. Den Wochenmarkt finde ich besonders schön.

Wochenmarkt Atenas

Wochenmarkt Atenas

Fondor haben wir vorsorglicherweise aus der Schweiz mitgebracht. Es gibt aber ein paar Produkte, welche wir bisher nicht gefunden haben. Wir suchen immer noch Gemüsebouillon, Vanillestengel, Griessmehl und Eierbecher (mit ‚Untertasse‘) . Vielleicht weiss jemand, wo man dies in Costa Rica findet?

 

Immatrikulation

Wir haben uns auf der Schweizer Botschaft in San José angemeldet. Das Anmeldeformular hatten wir vorgängig ausgefüllt und die notwendigen Dokumente (Pass, Heimatschein) mitgebracht. Auf die Immatrikulationsbestätigung mussten wir etwas warten, wir haben die Zeit mit Einkaufen verbracht . Auf der Rückfahrt hatten wir eine tolle Abendstimmung.

Sonnenuntergang auf der Heimfahrt von San José

Sonnenuntergang auf der Heimfahrt von San José

 

Auto kaufen und versichern

Wir haben bereits im Vorfeld von einer Nachbarin hier in Atenas via eMail ein Auto gekauft. Dan hatte uns ein paar Fotos geschickt und ist für uns Probe gefahren. Autos und deren Halter werden in CR via Anwalt in ein nationales Register eingetragen. Hierfür haben wir 470 USD bezahlt. Beim Anwalt haben wir erfahren, dass unser Auto noch ein altes Nummernschild hat und wir dieses wegen einem neuen Gesetz wechseln müssen – neue Schilder haben das Wappen von CR oben rechts. Es gibt einen offiziellen Fahrplan, wann welche Nummer gewechselt werden muss. Nummern mit der Endziffer 8 (wie unser Auto es hat) müssen zwischen Mai und Juli 2015 gewechselt werden. Also sind wir zur Poststelle und haben dort das neue Schild bestellt. Das ging relativ einfach und kostete 20‘750₡ (rund 40 USD). In ca. 1 Woche sollten wir die neuen Nummern haben.

Schild in der Poststelle AtenasSchild in der Poststelle AtenasSchild in der Poststelle Atenas mit Angaben, was verboten ist

Schild in der Poststelle Atenas

Für das Auto haben wir über einen Broker eine Zusatzversicherung abgeschlossen. In CR muss für jedes Fahrzeug jährlich die sogenannte Marchamo bezahlt werden. Die Marchamo beinhaltet u.a. das Recht zur Verkehrsteilname des Farhrzeuges und eine minimale Personen-Haftpflichtversicherung. Minimal bedeutet bei Personenschaden (inkl. Invalidität/Tod) zwischen 700 und 1400 USD/Person (entspricht 2 bis 3 durchschnittlichen Monatslöhnen hier). Die optionale Zusatzversicherung erhöht diesen Betrag um einiges (wenn auch nicht mit europäischen Verhältnissen zu vergleichen), zudem ist auch eine Haftpflichtversicherung für Sachen sowie eine Insassen-, Diebstahl und Kollisionsversicherung drin.

Unser Auto, ein weisser Hyundai Accent Jahrgang 2009

Unser Auto

 

Eröffnen eines Bankkontos

Bisher habe ich nur im etwa 25-Autominuten entfernten Escazu einen Bancomaten entdeckt, der mit der Postfinance-Karte – und damit gebührenfrei – Geld rausspuckt. Deshalb wollten wir ein Konto bei einer hiesigen Bank eröffnen. Ob man ohne Aufenthaltsgenehmigung ein Bankkonto eröffnen kann, war nicht so klar. Wir sind also zur Banco Nacional um uns zu erkundigen, was die Voraussetzungen zur Eröffnung eines Bankkontos sind. Es wurden uns genannt:

  1. Pass (Nachweis der Identität und des legalen Aufenthaltes in CR)
  2. Zwei Referenzen (in Spanisch), wovon eine von einem Bankkunden sein muss. In der Referenz steht dann, dass einem der Aussteller der Referenz gut kennt, dass man eine ehrenwerte Person ist usw.
  3. ein Dreimonatsauszug von unserem Schweizer Bankkonto zwecks Nachweis von regelmässigen Einkünften.

Wir haben vom Anwalt, welcher den Autokauf abgewickelt hat, von unserem Vermieter wie auch vom Immobilienmakler, welcher uns das Haus vermittelt hat, eine Referenz erhalten. Wir sind also frohen Mutes zur Bank und wollten das Konto eröffnen. Da wurde uns mitgeteilt, dass die Dokumente okay wären, wir aber noch von unserer Schweizer Bank eine Bestätigung mitbringen müssten, dass wir seit Datum x dort Kunden seien und eine aktive Kundenbeziehung hätten. Ob man uns das denn nicht gesagt hätte? Der 3-Monatsauszug genüge hierfür nicht. Zudem sind wir von verschiedener Seite ‚vorgewarnt‘ worden, dass man von uns allenfalls noch den Mietvertrag und/oder eine Stromrechnung und/oder eine Wasserrechnung verlangen könnte. Nun denn, wir haben das Schreiben von unserer Schweizer Bank erhalten, zusätzlich die Bankgarantie mitgenommen, die wir für den Antrag der Residencia eh hatten und sind wieder zur Bank. Und es hat geklappt! Das eröffnen des Kontos hat zwar etwa 1.5h gedauert, dafür konnten wir schon am nächsten Tag unsere Bankkarten inkl. PIN abholen.

 

Der Alltag

Der Morgen beginnt mit Kaffee aus Dan’s Kaffeeplantage hier auf dem Grundstück. Der Kaffee schmeckt sehr gut!

Kaffeeplantage

Kaffeeplantage

Beim Frühstück auf der Terrasse können wir Leguane, Vögel und Schmetterlinge beobachten.

Das Kochen auf dem Gasherd mussten wir lernen. Das erste Brot ist unten angebrannt und die ersten Bratkartoffeln waren auch Kohle. Inzwischen beherrschen wir den Gasherd halbwegs, der Niedergar-Versuch steht noch aus. Letzte Woche ist uns abends um halb acht das Gas ausgegangen. Ein Anruf und knapp 3/4h später hat ein junger Mann mit Motorrad bei Dunkelheit und strömendem Regen eine volle Gasflasche gebracht und angeschlossen. Ich war positiv überrascht.

Unser Kühlschrank ist riesig und spuckt auf Knopfdruck Eiswürfel oder crashed ice raus. Dafür haben wir keinen Geschirrspüler L. Überhaupt haben die Häuser und Wohnungen, welche wir gesehen haben, keinen Geschirrspüler. Den Grund kenne ich nicht, ich kann nur mutmassen: die einen haben kein Geld dafür und die andern leisten sich ein Dienstmädchen zum Waschen/Putzen? A propos Waschen/Putzen: Es hat hier viel Staub. Ich weiss nicht, ob das immer so ist oder ob es damit zu tun hat, dass das Haus neu ist oder weil unten beim Pool das Rancho gebaut wird. Jedenfalls putze ich mehr, als mir lieb ist. Dan hat eine Putzfrau, also haben wir ihn gefragt, ob seine Putzfrau allenfalls auch bei uns putzen würde. Sie war einverstanden. Für 1‘800₡/h hat sie 5h lang alles auf Vordermann gebracht und auch das Geschirr vom Vorabend abgewaschen (wir hatten Besuch gehabt, danach war ich zum Abwaschen zu müde…).

Bei der Müllentsorgung mussten wir ebenfalls umstellen. Der Abfall wird hier nicht getrennt. Es mutet einem komisch an, wenn Papier, Glas, PET, Lebensmittelabfälle usw. nun wieder in den Abfallsack gelegt werden müssen. Und es wird nichts mitgenommen, was nicht im Abfallsack ist. Die PET-Flasche auf dem Bild bleibt also liegen, bis sie jemand in einen Abfallsack verstaut…

Abfallsammelstelle

Abfallsammelstelle

Kompostieren wie in der Schweiz geht offenbar nicht, das zieht die Tiere an (Ratten!). Ein Loch graben und jedes Mal wieder mit Erde zudecken soll scheinbar funktionieren.

Marcel hat einen Kräutergarten angelegt und im Gemüsegarten gesät (die Gartenbeete hat Dan schön vorbereiten lassen, Luxus pur). Seit Marcel gesät hat, regnet es jeden Tag bei 25 bis 30 Grad (in der ersten Woche hat es nur am Montag leicht geregnet) und es keimt im Garten wie verrückt. Wenn alles wächst, was er gesät hat, können wir auf den Wochenmarkt gehen und Gemüse verkaufen statt kaufen

Gemüsebeet von Marcel

Gemüsebeet von Marcel

Wir mussten zum Arzt und der hat ein Medikament verschrieben. Mit dem Rezept sind wir in die Apotheke. Die Apothekerfrau hat uns nicht wie in der Schweiz üblich die Packung gegeben. Nein, die Packung wurde aufgemacht und mit der Schere soviele Tabletten abgeschnitten, wie verschrieben worden sind. Die Tabletten wurden in einen kleinen Umschlag getan. Auf diesem wurde eine Etikette draufgeklebt, welche die Einnahmemodalitäten des Medis gemäss Arztrezept enthält. 48h später hat der Arzt angerufen und sich nach dem Wohlbefinden erkundet. Dies haben wir vorher noch nie erlebt.

abgezählte Medikamente

abgezählte Medikamente

 

Die Residencia

Wir haben im Februar unsere Residencia temporal rentista (Aufenthaltsgenehmigung als ‚Privatier‘) beantragt. Wir werden im ganzen Prozedere vom Anwaltsbüro Burke & Burke unterstützt. Er spricht spanisch, englisch, deutsch und französisch (er ist in Europa aufgewachsen). Seine Tochter spricht spanisch und englisch. Für den Antrag der Residencia muss man sehr viele Dokumente beibringen, welche auf Spanisch und beglaubigt bzw. mit Apostille sein müssen. Jedenfalls haben wir am Freitag die gute Nachricht erhalten, dass unser Antrag genehmigt worden ist! Nächste Woche geht’s dann los mit der Beschaffung der Residency ID card. Und danach ist Wechsel des Führerscheines angesagt. Die staatliche Krankenversicherung steht dann auch zur Auswahl. Es gibt also noch einiges zu tun…

Kommentare (11)

  1. Eva Maria

    Hallo ihr Glückspilze
    Es ist wunderbar, von euch und euren Anstrengungen in diesem Blog zu lesen.
    Vllt können wir diese Informationen ja auch mal brauchen ?.
    Habt’s guet ?
    ??????

  2. ANNI und Franz Riesen, Atenas

    Ganz super gemacht, gefällt uns. Weiter so 😉 😉 😉 und wir wünschen Euch beiden natürlich eine gute und erholsame Zeit hier in CR. LG ANNI und Franz, Barrio San Jose Norte, Atenas

  3. Karin (Beitrag Autor)

    @Eva Maria: Danke. Ihr wisst ja, wir erwarten euch im 2016 :-)

    @Anni und Franz: Wir haben heute dank euch Gemüsebouillon UND Griess gefunden, juhui! Merci vielmal für die Tipps, die ihr uns immer gebt.

    1. ANNI und Franz Riesen, Atenas

      immer gerne da man nicht alles auf Google findet 😉 😉 😉 ANNI

  4. Buetze

    Sehr schöner und aufschlussreicher Blog. Hier bestätigt sich das Wahre, Formulare, von der Wiege bis zur Bahre ?. Macht weiter, mach Lust auf mehr.
    Liebe Grüße aus der Schweiz, Pia & Buetze.

  5. Ursle

    Hoi Ruefenachts,
    freue mich,so unterhaltsam von eurem Alltag zu hören und bin gespannt auf die weiteren Beiträge. Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen…
    Liebe Grüsse
    Ursle samt Anhang

  6. Katharina

    Hoi zäme!
    Super, wie ihr das macht mit Text und Bildern. Daraus lässt sich gut und gerne mal ein Buch zusammenstellen.
    Ich freue mich auf die nächsten Stories. „Geschichtern, die das Leben schreibt…“
    Herzliche Grüsse, Katharina

  7. Eva Maria

    Hallo ihr zwei
    es ist köstlich, eure Abenteuer, Bilder und das Filmchen mit der Kokosnuss zu sehen. Wäre es nicht eine Möglichkeit gewesen, die Nuss an dem Steintisch aufzuschlagen?
    Ab jetzt ist wahrscheinlich immer ein Hammer für alle Fälle im Auto mit dabei und eine gute Taschenlampe für die Schlaglöcher im Dunkeln, falls man mal aussteigen muss.
    Weiterhin so spannende Erlebnisse wünsche ich euch
    Grüessli, EM

  8. Karin (Beitrag Autor)

    @Ursle und Katharina: freut mich, dass es euch gefällt.
    @Chnurre: lieber die Formulare als schon die Bahre :-)
    @Eva Maria: die Kokosnuss selber ist nochmals eingepackt in eine Schale. Ich habe mehrfach erfolglos mit einem Stein draufgehauen. Wir haben die Nuss mit nach Hause genommen, seither liegt sie hier auf der Terrasse und wartet drauf, dass Marcel die Machete holt, uiuiui

  9. Trudi, Werner und Gabi

    Hallo ihr zwei,

    wir haben uns gerade mit Trude die gesandten Fotos angeschaut und ein wenig auf eurer Homepage gestöbert.

    Wir hoffen euch geht’s gut und ihr fühlt euch wohl… bei den Fotos nehmen wir das aber einfach mal an 😉

    Ganz liebe Grüße aus Tirol

    Trudi, Werner und Gabi

  10. Karin (Beitrag Autor)

    @Trudi, Werner, Gabi: Hallo Tirol – uns geht es sogar sehr gut. Wir haben am Samstag ganz liebe Österreicher kennegelernt, welche schon seit 17 Jahren hier leben. Marcel konnte seinen Dialekt wieder ein bisschen üben 😉 Pfiet eich

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