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Schlagwort Archiv: Nationalpark Tortuguero

Nationalpärke Corcovado und Manuel Antonio

Mit Lisa sind wir morgens um sechs Uhr mit dem Taxi runter nach Sierpe und von dort mit dem Boot nach Drake Bay. Der Taxifahrer hatte die Temperatur auf ‚Kühlschrank‘ eingestellt, umso mehr setzte uns die Hitze in Sierpe zu. Wir genossen deshalb die ca. einstündige Bootsfahrt nach Drake Bay. In Drake Bay wurden wir von Juan von der Finca Maresia abgeholt. Die Finca Maresia liegt sehr ruhig (wenn man vom Affenlärm absieht) etwas ausserhalb von Drake Bay. Interessant sind die Bungalows, da es im Badezimmer keine Fenster hat, dafür freie Sicht auf den Dschungel.

Da wir so verschwitzt waren, wollten wir etwas baden gehen. Juan hat uns die Fahrt mit dem Quad nach Rincón de San Josecito organisiert. Lisa war die Kühlerfigur. Ich glaube, am Anfang war ihr etwas mulmig zu Mute, doch sie fand schnell Spass an der Quadfahrt – trotz der 3 Flussdurchquerungen. Rincón de San Josecito ist ein schöner und praktisch menschenleerer Strand, wir haben ihn mit einem andern Pärchen geteilt. Das Baden in den Wellen machte Spass, bis wir am Strand eine gelbe Seeschlange entdeckten. Brrr, von da an sind wir nicht mehr ins Wasser. Uns wurde nachher gesagt, dass es sich um eine ziemlich giftige, aber nicht agressive Schlange handle. Stattdessen bin ich meiner Lieblingsbeschäftigung nachgegangen – der Suche nach einer schönen Kokosnuss . Ich hab sie auch gefunden, Marcel ist mein Held, er konnte sie ohne Werkzeug, nur mit Hilfe eines am Strande liegenden Baumstrunkes öffnen. Wir haben uns zuerst die Kokosmilch schmecken lassen, danach hat Marcel die Kokosnuss ganz geknackt und wir haben am Fleisch geknabbert. Ist gar nicht so einfach, das Fleisch von der Schale zu lösen, wenn man kein Messer dabei hat…

Am Abend haben wir mit „Tracy the Bug-Lady“ einen Rundgang gemacht. Man spürt richtig ihre Leidenschaft für diese kleinen Tiere und sie weiss sehr viel. Trotz ihrer spannenden Geschichten würde ich die Tour nur empfehlen, wenn man Spinnen- und Fröschenfan ist – ich bin’s definitiv nicht und da konnten wederTracy noch der schnucklige Rotaugenlaubfrosch etwas daran ändern.

Am nächsten Tag sind Lisa und ich zur Isla del Caño schnorcheln gegangen. Marcel war etwas erkältet, weshalb er sich einen faulen Tag auf der Finca Maresia gemacht hat. Auf der Fahrt Richtung Insel haben wir Delphine gesehen. Beim Schnorcheln gab’s viele bunte Fische und eine Meeresschildkröte zu sehen.
Tags darauf gings auf die Sirena-Tour, Tiere beobachten. Von Drake Bay geht es ca. 3/4 Stunden mit dem Boot zum Nationalpark. Das Meer war sehr unruhig, dunkle Wolken waren am Himmel. Die Bootsfahrt bei diesem Seegang auf einem schmalen Holzbänklein sitzend (bzw. hüpfend) war kein Genuss. Im Nationalpark waren wir zu Fuss unterwegs. Man läuft ein bisschen, sieht und hört sich um, läuft wieder ein bisschen. Aber wir haben einige Tiere gesehen. Zum Teil waren sie weiter weg und wir haben sie durch das Fernrohr des Guide gesehen. Das ist der Nachteil einer solchen Tour. Bis der letzte durch das Fernrohr geschaut hat und dann jeder noch seine Kamera an das Fernrohr gehalten hat… Zum Glück war unsere Gruppe nicht so gross. Der Nationalpark Corcovado beschränkt die Anzahl Eintritte pro Tag, so dass wir unterwegs auch nur drei andere Gruppen kreuzten.

Die Rückreise von Drake Bay haben wir mit Sansa Airlines gemacht. Mit diesen kleinen Dingern zu fliegen ist einfach toll. Lisa hat es so gut gefallen, dass sie ein paar Tage später mit dem Flugzeug nach Tortuguero geflogen ist.

ALs Lisa zurück in die Schweiz geflogen ist, sind Jürg und Daniela zu uns gekommen. Mit ihnen sind wir via Tárcoles und Encantada Ocean Cottages zum Manuel Antonio Nationalpark gegangen. Das Encantada Ocean Cottages liegt direkt am Meer mit einem wunderschönen Strand und ebensolchen Sonnenuntergängen!

Am nächsten Tag habe ich mit Daniela den Manuel Antonio Nationalpark besucht. Puuuuhh, einmal und nie wieder! Schon für den Eintritt mussten wir Schlange stehen. Im Park waren wir eine 12er-Gruppe mit Guide – eine von sehr vielen Gruppen, es ist Massenauflauf pur . 12 Personen, welche ein Tier durch das Fernrohr schauen wollten, 11 Personen, welche danach noch die Kamera an das Fernrohr halten wollten. „How cool is that!“. Böahhh. Sehr viele Tiere haben wir nicht gesehen. Das Faultier haben Daniela und ich auf dem Rückweg entdeckt – ohne Guide.  Einige Touristen liefen mit nackten Oberkörpern rum, andere im Bikini. Am Strand hatte es verhältnismässig viele Leute – dabei gibt es so viele menschenleere und wunderschöne Strände zu entdecken…

Fazit: Ich bleibe ein Fan vom Tortuguero-Nationalpark (siehe auch den Beitrag dazu). Falls weitere Aktivitäten wie Schnorcheln, Tauchen usw. auf dem Programm stehen sollen, ist auch Corcovado gut. Aber Manuel Antonio? Nein danke!

Nationalpark Tortuguero

Wir haben uns ein paar Tage ‚Natur pur‘ gegönnt – und es war der Hammer. Sowohl den Nationalpark wie auch die Tortuga Lodge kann ich nur weiter empfehlen.

Tortuguero ist per Flugzeug oder Boot erreichbar. Schon die Anreise ist tolles Erlebnis. Wir sind von San José aus mit einem Kleinflugzeug von Sansa Airlines gestartet – drei Passagiere, zwei Piloten. Der Vorteil von Kleinflugzeugen: man sieht so viel von der Landschaft unten. Und an Costa Rica kann man sich gar nicht satt sehen. Nach knapp 30 Minuten Flug sind wir in Limón zwischengelandet. Ein Passagier ist ausgestiegen, zwei sind zugestiegen. Limón ist ein kleiner Flughafen, wie Tortuguero auch. Wobei „Flughafen“ ein grosses Wort ist: eine Piste und ein Gebäude, basta. Dafür liegen beide wunderschön am Meer. Kurze Zeit später dann der 30minütige Weiterflug nach Tortuguero. Von dort aus sind wir mit einem Boot über den Rio Tortuguero zur Tortuga Lodge, wo wir sehr herzlich empfangen worden sind. Überhaupt ist das Personal mega-freundlich und aufmerksam. Die Lodge hat mehrere Bungalows in einer Anlage mit Park und Dschungel, Zimmer, Pool und Restaurant mit Sicht auf den Fluss. Die Zimmer haben keine Glasfenster, nur Moskitonetze. In der Nacht hört man die Tiere sehr gut – und manchmal kann es recht laut zu und her gehen . Das Essen im Restaurant war vorzüglich und für Vegis gab es eine kreative Karte (für Costa Rica alles eher im höheren Preissegment). Den „Supermoon“ haben wir nicht voll gesehen, an diesem Abend hat es geregnet wie aus Kübeln. Dafür war am Vorabend ein herrlicher Mondschein und die Waschbären haben vom Dach her neugierig auf unsere Teller geschaut…

 

 

 

Am nächsten Tag haben wir zwei Bootsausflüge in den Nationalpark Tortuguero gebucht: einen morgens um sechs Uhr und einen nachmittags um zwei Uhr. Beide haben je ca. 3 Stunden gedauert. Die Bootsfahrten durch diese grüne, üppige Landschaft sind soooo erholsam und entspannend – ich könnte tagelang damit verbringen. Und man sieht so viel! Unser Guide – Angelo – hatte ein gutes Auge. Er hat uns Tiere gezeigt, die wir ohne ihn nie gesehen hätten. Das Faultier mit seinem Jungen im Baum. Die kleine Jesus-Echse, welche sich auf einem im Wasser liegenden Stück Holz sonnte – und in einem Riesentempo über’s Wasser davon rannte, als wir näher kamen. Weil sie auf dem Wasser laufen kann, heisst sie Jesus-Echse. Dann sahen wir einen Kaiman (Alligator-Art), gut getarnt im Wasser. Das Glück war uns hold, und wir bekamen die drei Affenarten zu Gesicht, welche im Nationalpark vorkommen: den Brüllaffen, den Klammeraffen und den Kapuzineraffen. Eine ganze Horde Brüllaffen überquerte über den Bäumen direkt über unserem Boot den Fluss. Schön einer nach dem andern, richtg geordnet. Der Klammeraffe ist ein richtiges Turntalent – man muss gut hinschauen, um den Schwanz von den Beinen und den Armen zu unterscheiden, so kann der sich verrenken. Dann sahen wir viele Vögel (ein grosses Dankeschön an Renato, welcher mir zu den Fotos die Vogelnamen nennen konnte) und ganz kurz haben wir einen Otter gesehen, wie er von einem Baumstamm ins Wasser gegleitet ist. Leguane haben wir einige gesehen, auch beim Hotel direkt neben dem Pool und dem Restaurant. Es sind wunderschöne Tiere mit einem prächtig gezeichneten Gesicht – ein Designer könnte es nicht schöner gestalten. Ich kann mir einen Armreif in Form eines kleinen Leguans mit farbigen Edelsteinen bestens vorstellen . Die jungen Leguane fressen noch Insekten, die grösseren sind eher Pflanzenfresser (die Kohlrabisetzlinge in unserem Garten haben die Leguane jedenfalls nicht verschmäht). Und Gras fressen sie offensichtlich auch gerne…. Alles in allem ein sehr eindrucksvolles Erlebnis.

 

 

Am 3. Tag haben wir einen kurzen Bootsausflug nach Tortuguero gemacht. Tortuguero ist ein kleines Dorf mit ein paar Geschäften, Restaurants und bunten Häusern. Der Strand ist recht naturbelassen, das Wasser schön warm, aber mit vielen Strömungen. Am Strand lag ein Panzer von einer Meeresschildkröte. Die gab uns schon eine Idee von der Grösse dieser Tiere. Am Abend hatten wir eine ‚Schildkrötentour‘ gebucht. Angelo war wieder unser Guide. Wir hatten Glück, da es nicht regnete und erst gerade Vollmond gewesen war. So war die Sicht sehr gut (man darf nicht mit Taschlampen rumlaufen, denn sonst gehen die Schildkröten sofort wieder ins Meer zurück). Wir sind eine Stunde lang mit dem Boot zu einem einsamen Strand gefahren. Dort haben wir gesehen, wie die gut 1 Meter langen Schildkröten aus dem Wasser gekommen und mühsam den Strand hochgekrochen sind. Die Tiere stossen sich mit ihren Flossen durch den Sand. Man sieht ihnen die Anstrengung richtig an. Danach graben sie ein Loch in den Sand, legen ca. 100 Eier in der Grösse eines Ping-Pong-Balls rein und decken das Loch mit Sand wieder zu. Währenddem sie Eier legen sind sie wie in Trance und man kann sie aus allernächster Nähe beobachten. Dann kriechen sie wieder zurück zum Wasser und lassen sich von den Wellen wegtreiben.